Tipps zum Fliesenverlegen

 

Berlin (ots) – Fliesen – aber ja! Diese praktischen Boden- und Wandbeläge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit fürs neue Haus oder die modernisierte Wohnung. Doch nur wenn Fliesen aus großer Vielfalt passend ausgewählt und richtig verlegt werden, machen diese Beläge lange Freude.

Das Problem:

Große Vielfalt und wachsende Gestaltungsmöglichkeiten durch unterschiedliche Formate, Dekore und Oberflächen machen Fliesen nicht nur für Bäder, WC und Küchen ideal, sondern auch als strapazierfähige, leicht zu reinigende Alternative in Wohn- und Schlafbereichen. In Verbindung mit Fußbodenheizungen schätzen Bauherren die guten Wärmeleiteigenschaften und die Behaglichkeit von keramischen Belägen. Bleiben allerdings grundlegende Regeln bei der Verarbeitung unbeachtet, können erhebliche Schäden auftreten.

Worauf kommt es an

Richtig verarbeitet sind Fliesen ein Baustoff fürs Leben. Sie unterscheiden sich in Steingut- und Steinzeug- bzw. Feinsteinzeugfliesen. Die bei höheren Temperaturen gebrannten Steinzeugfliesen zeichnen sich durch eine deutlich niedrigere Wasseraufnahme aus und sind somit belastbarer. Sie können – anders als Steingutfliesen – als frostsicherer Baustoff auch im Außenbereich verbaut werden. Neben optischen Aspekten sind unterschiedliche Einsatzbereiche und Rutschfestigkeitsklassen zu beachten. Rutschfeste Fliesen sollten auf Treppen und in Feuchtbereichen verlegt werden. In häuslichen Duschen mit Bodenabläufen werden häufig Fliesen als Kleinmosaik verwendet, das durch hohen Fugenanteil bereits rutschhemmend wirkt.

Wichtig: das richtige Format wählen

Neben den üblichen Standardgrößen wird eine große Auswahl unterschiedlicher Plattenformate angeboten. Verwendete man noch vor wenigen Jahren überwiegend quadratische Fliesen bis zu einer Größe von 30 x 30 cm, geht der Trend immer mehr zu großformatigen Platten. Allerdings muss bei diesen der Untergrund eine größere Ebenheit aufweisen, um Hohllagen zu vermeiden. Erhöhter Verschnitt ist einzukalkulieren.

Fehler vermeiden: Spannungen beachten

Wie alle Bauteile unterliegen Bodenbeläge einer gewissen Verformung durch Ausdehnung des Untergrundes oder temperaturbedingte Spannungen. Eine Fliese besteht jedoch aus hart gebranntem Material und verformt sich nicht. Spannungen können bei einem Fliesenbelag daher nur über die Fugen abgebaut werden. Da der Fugenanteil bei großformatigen Fliesen erheblich kleiner ist, kann der Belag weniger Verformungen aus dem Untergrund aufnehmen. Ablösungen, gerissene oder gebrochene Fliesen können die Folge sein.

Auf die ausreichende Anordnung von Dehnungsfugen ist also bereits bei der Planung zu achten – auch wenn sich Bauherren aus optischen Gründen oft nur schmale Fugen wünschen. Für unerwünschte Spannungen kann auch hohe Wärmeeinstrahlung durch große Fensterflächen oder unterschiedliche Ausdehnung durch Fußbodenheizung führen.

Achtung: alles dicht halten

In Feuchtbereichen ist die richtige Abdichtung unter den Fliesen wichtig. In vielen Bädern werden bodengleiche Duschen installiert, möglichst nur mit einem Einlauf oder einer schlanken Rinne in die Fliesenfläche hinein. In diesem Fall muss der Abdichtung und den zugehörigen Anschlüssen besondere Beachtung geschenkt werden. Eine Mindestschichtdicke und ein Gefälle sind einzuhalten, Dichtbänder und Anschlussmanschetten müssen fachgerecht angebracht werden. Fehler in der Abdichtung können erhebliche Folgeschäden nach sich ziehen, so dass diese Arbeiten besser einem qualifizierten Fachbetrieb übertragen werden sollten.

BSB-Tipp von Dipl. Ing. Holger Schmidt, Bauherrenberater, Oldenburg: Natürlich können Fliesen auch in Eigenleistung verlegt werden. Dafür sollten allerdings solide handwerkliche Vorkenntnisse vorhanden sein und dem Heimwerken eine Fachberatung zu Materialien und Verarbeitung vorausgehen. Um teure Enttäuschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Verlegung zunächst in untergeordneten Räumen zu beginnen, bevor man sich in repräsentativen oder komplizierten Bereichen der Wohnung versucht. Wie immer bei Eigenleistungen ist aber die tatsächliche Ersparnis gegen ein möglicherweise schlechteres Ergebnis abzuwägen. Fliesenbeläge sollen ja zumeist lange im Haus verbleiben und sind zu teuer für Experimente.

Quelle: www.bsb-ev.de